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SDL 2018 (16.09)

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Das Bundestheatertreffen Schultheater der Länder ist das größte europäische Festival seiner Art, zu welchem ca. 420 Teilnehmer, darunter ca. 320 Schüler*innen und ca. 100 Fachtagungsteilnehmer*innen, kommen. An sechs Tagen im September jeden Jahres werden 16 Aufführungen aus allen Bundesländern gezeigt. Am Fach- und Workshoptag werden 20 Werkstätten für die Schüler*innen und eine Fachtagung mit Vorträgen und mehreren Impulsworkshops für die erwachsenen Teilnehmer*innen, die der Lehrerfortbildung dient, durchgeführt. Täglich gibt es getrennte Diskussionsrunden für Schüler*innen und Fachtagungsteilnehmer*innen sowie Spielleiter*innentreffen. Das Treffen gilt als zertifizierter bundesweiter Schülerwettbewerb und wird von der KMK empfohlen.

Rückblick SDL 2015 in Dresden zum „Forschenden Theater“

Mein Eindruck als Fachtagungsteilnehmer:

Heike Steinhagen (Eisenhüttenstadt, A. Schweitzer-Gymnasium): Es ist eine einzigartige Gelegenheit mit Kollegen in einen fachlichen Austausch zu kommen, die ich nicht missen will. Deshalb bin ich immer sehr dankbar, an diesem Festival teilnehmen zu können.

 

Monika Grobler (Potsdam, Voltaireschule): Ich hatte das Glück, zwei Tage mit meinem Theaterkurs aus der 12. Klasse Gast zu sein. Da wir überlegen, 2016 in Erfurt am Festival teilzunehmen, war Dresden eine gute Möglichkeit um zu sehen, was uns erwartet. Dabei denke ich besonders an das Niveau von Schultheater von heute, aber an Ideen und Anregungen für das eigene Projekt. Die Gruppe konnte auch an einem Nachgespräch für SuS teilnehmen und erfahren, wie mit Feedbacks im Theater gearbeitet wird.  

 

Heike Licht (Königs Wusterhausen, Fr.-Schiller-Gymnasium): Das Besondere für mich ist das begeistertes Spielerpublikum, dass die vielen Inszenierungen mit großer Aufmerksamkeit, Interesse verfolgt und scheinbar nicht müde wird. Außerdem hat mich die die große Vielfalt der Inszenierungen zu dem Thema „Forschendes Theater“ fasziniert. Zwischen den Aufführungen laufen viele Gespräche zwischen den Fachtagungsteilnehmern, zwischen Spielern-Fachtagungsteilnehmern und Spielern-Spielern. Für meine Arbeit kann ich die Fachvorträge und fachlich niveauvollen Workshops auf einem hohen Niveau optimal nutzen, weil sehr gute praktische Übungen, Hinweise gegeben werden; die spielleiterzugewandt sind.

 

Was ist besonders am SDL aus deiner Sicht als Schüler?

Alexander Sturm (Schüler, Brecht-Gymnasium Brandenburg): Dadurch, dass alle Spielgruppen in einer Unterkunft untergebracht werden, kommt eine familiäre Atmosphäre auf. An den Theatern traf ich sehr freundliche und offene Mitarbeiter und Beteiligte, die uns in jeder Hinsicht unterstützt haben.

Außerdem haben wir als Schüler die Möglichkeit zum nationalen Austausch und zum Korrespondieren mit landfremden Spielgruppen. So nimmt man Erinnerungen mit, welche man andere Theaterinteressierte weitertragen kann und natürlich für immer für sich behält.

 

2. Welchen Einfluss hat das SDL auf die teilnehmenden Schülergruppen?

Heike Licht: Die Schüler kommen durch ihren Auftritt in die Situation, sich mit ihrem eigenen Stück auseinanderzusetzen, üben sich im Feedbackgeben und -nehmen und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.

Heike Steinhagen: Schüler treten ebenfalls in den Erfahrungsaustausch und schärfen ihren Blick für gute Theaterproduktionen.

 

Monika Grobler: Ich selbst habe es noch nicht bis zum SDL geschafft, aber an den Landesschultheatertreffen teilgenommen. Jedes Festival ist eine Herausforderung für das Spiel der Gruppe. Es gibt jede Menge Lampenfieber. Das durchzustehen, schweißt zusammen. Aber auch zu sehen, was die anderen draufhaben, wirkt motivierend. Vor allem sehe ich darin eine Erleichterung der Arbeit des Spielleiters.

Alexander Sturm (Schüler, Brecht-Gymnasium Brandenburg): Die Schüler erhalten Einblicke in professionelle Theater. Sie sehen unterschiedlichste Formen der Umsetzung des Themas der einzelnen Bundesländer. Die Teilnahme an einem solchen Festival bringt der Gruppe Zusammenhalt und Team Progress, daneben bekommen sie zahlreiche Ideen und Umsetzungsmöglichkeiten für eigene Theaterstücke, sodass eine neue Messlatte gelegt bzw. ein neues Ziel bestimmt wird.

 

Warum ist ein solches Festival eine Fortbildung der besonderen Art?

Heike Steinhagen: Die enge Verbindung von Projekten mit der anschließenden Diskussion ist der besondere Anreiz.

Heike Licht: So viel Jugendtheater wie beim SDL gibt es nirgendwo. Man sieht Aufführungen auf einem hohen spielerischen Niveau und Spielfreude.

Zum Teil sind es streitbare Inszenierungen, die immer wieder zur Diskussion anregen und in den Fachforen und außerhalb diskutiert werden. Man bekommt Input für die eigene Arbeit und knüpft neue Kontakte.

Monika Grobler: Es ist eine Fortbildung der sehenden Art und dient dem Austausch. Außerdem kann man Theater den ganzen Tag an tollen Orten erleben.

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Bericht vom SdL in Saarbrücken 2014

Grenzgänge

sdl2014 grenzgaengeZum 30. Schultheatertreffen der Länder trafen sich rund 300 Schüler und 150 Fachtagungsteilnehmer aus allen 16 Bundesländern. Zum diesjährigen Thema  „Grenzgänge“ führte  hier vom 14. bis 20. September aus jedem Bundesland eine ausgewählte Gruppe ihr Stück vor, so dass bei diesem Festival die Essenz der Arbeit „Theater in Schulen“ zu erleben war.

Die Eröffnungsveranstaltung im Saarländischen Staatstheater erreichte ihren Höhepunkt mit der Aufführung „Kafka – die ungeheure Welt in meinem Kopf“ der Theaterwerkstatt der Richard-Müller-Schule Fulda in Kooperation mit der Eduard-Stieler-Schule Fulda (Hessen). Dieser Tag, der für alle Teilnehmer auch der Anreisetag war, endete mit einem gemeinsamen Essen im Foyer dieses beindruckend schönen Theaters, so dass es erstmals Gelegenheit zum Kennenlernen gab.

Der Montag stand ganz im Zeichen der Fortbildung. Die Schüler nahmen an verschiedenen theaterpädagogischen Workshops zum Thema Grenzgänge teil, deren Ergebnisse sie sich am Abend gegenseitig präsentierten.

Für die Spielleiter und Fachtagungsteilnehmer begann dieser Tag in der Hochschule für Musik mit einem Vortrag von Prof. Dr. Wolf-Dieter Ernst „Zur Aktualität des Chores auf der Bühne“, der die aktuellen Tendenzen in der Arbeit mit Chören auf der Bühne aufzeigte und sie in den Kontext der Theatergeschichte (antikes Theater, Schiller, Brecht) setzte. Das Gegenwartstheater im Zeichen der performativen Wende und Postdramatik besinnt sich wieder auf Chöre, um das Soziale erneut präsent zu machen. Der Chor erscheint hier als musikalisch-polyphone, tänzerische Formation, der als „sinnliche Masse“ soziale Themen jenseits tradierter Vorstellungen performativ darstellen kann.

Ein zweiter Fachvortrag wurde von Dr. Michael Bauer mit dem Thema „Musik  als Theater. Eine Einführung in die szenische Arbeit“ gehalten. Abseits der Opernhäuser entwickelt sich eine neue Form des Musiktheaters, die sich im Grenzbereich von Sprech- und Musiktheater bewegt und nach neuen Möglichkeiten der Verbindung von Sprache und Musik sucht. Anhand verschiedener aktueller Beispiele (Marthaler, Häusermann, Goebbels, Rebstock, Rasche) wurden hier spezifische Arbeitsweisen aufgezeigt.

Der Montagnachmittag beinhaltete auch für die Erwachsenen verschiedene Workshops. Ich nahm an dem Workshop „Chorisches Sprechen und Textmusikalisierung“ teil: Nach einigen Warm ups ließ  Prof. Ernst die Gruppe zum „Fischschwarm“ mutieren , bei dem alle 20 Teilnehmer in 4 Reihen á 5 Leuten kleine Bewegungen übernahmen und so mit synchronen Aktionen (motorisch, akustisch) langsam zu einer homogenen Masse verschmolzen. Dies ist eine Weiterentwicklung des griechischen Tragödienchors. Dr. Bauer setzte das vierstündige Programm fort mit einer performativen Aktion nach John Cage: Hier legte er Wert auf die Sparsamkeit der Mittel, klares Ende, klarer Anfang. Eine Gruppe von 5 Personen improvisiert nach vorher festgelegtem Zeitplan 10 Minuten lang verschiedene Handlungen mit Schwerpunkt Text, Körper, Geräusch oder Musik, wobei jeder Teilnehmer in Aktion sein kann oder einfriert. Dabei entsteht eine ganz eigene Dramaturgie, bei der die Spieler im Wechsel oder gleichzeitig aktiv sind.

Der Abend wurde eingeleitet mit einem Impulsvortrag des Ministers für Bildung und Kultur des Saarlandes, Ulrich Commercon, in dem er die Persönlichkeitsentwicklung als die vornehmste Aufgabe von Bildung herausstellt und betont, dass die Entwicklung des eigenen Standpunktes wichtiger ist als Durchschnittsnoten. Ziel der Bildungspolitik sei es, alle Kinder unabhängig von ihrer Herkunft an Kunst, Musik, Tanz und Theater heranzuführen durch praktisches Tun. Denn nur wer selbst künstlerisch tätig ist kann erahnen, was Kunst bewirken kann. Der wahre Sinn der Kunst liegt nicht nur darin schöne Objekte zu schaffen, sondern ist eine Methode, den eigenen Platz zu finden. Durch Theater lernt man sich selbst kennen. Es ist somit eine fundamentale Chance zur Persönlichkeitsentwicklung.

Eine Podiumsdiskussion des Kulturradio SR2 mit dem Thema „Theater in der Schule – neue grenzüberschreitende Spielräume für kulturelle Bildung“ beendete diesen interessanten Tag. Hier diskutierten der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Theater in der Schule Gunter Mieruch mit der Theaterregisseurin Miriam Scholl, dem Professor Christian Rolle für Musikdidaktik der Hochschule für Musik, Saar und der Generalintendantin des Saarländischen Staatstheaters Dagmar Schlingmann.

Am Dienstag begann der Theatermarathon im Theatersaal der Universität Saarland mit der Berliner Gruppe Frei&Wild der Reinhardswald-Grundschule Berlin-Kreuzberg mit der erfrischend lebendigen Aufführung „Die Liebe zu den drei Orangen“ nach Carlo Gozzi. In der Aula der Universität spielte die Theatergruppe der Montessorischule Greifswald für Mecklenburg-Vorpommern das Stück „2064“, in dem die Schüler ihre Visionen in 50 Jahren szenisch interpretierten.

Am Nachmittag ging es mit Bussen zur Freien Waldorfschule Altenkessel, wo wir zuerst den Beitrag von Sachsen „Doch einen Schmetterling habe ich hier nicht gesehen“ der Schultheatergruppe Mienenspiel der Oberschule Lößnitz erleben durften. Ein sensibel ausgearbeitetes Stück über das Leben jüdischer Kinder in der Nazizeit. Zum gleichen Inhalt spielte am Abend die Gruppe des Hamburger Gymnasiums Blankenese „Wie wir wurden, was wir waren“, eine bedrückende Aufführung, die Texte verschiedener Autoren zum Ausgangspunkt genommen hatte.

Der Mittwoch wurde eingeleitet von der Brandenburger Gruppe der Schule für Blinde und Sehbehinderte aus Königs Wusterhausen mit einer Eigenproduktion namens „Die Unberührbaren“, in der die Schüler sehr drastisch auf ihre besondere Situation aufmerksam machten.

Parallel dazu lief der Bremer Beitrag „Face it“ des Kurses Darstellendes Spiel der Oberschule Schönhausen, szenische Experimente zur Identitätsfindung.

Folgende Theaterstücke, die ich leider nicht gesehen habe, wurden noch bis Freitag aufgeführt:

  • Baden-Würtemberg (Theater-AG der Kaufmännischen Schule Lörrach) :„Teechers“
  • Niedersachsen (Kurs Darstellendes Spiel des Theodor-Heuss-Gymnasiums) :„Jeanne“
  • Thüringen (Kurs Darstellendes Gestalten des Goethegymnasiums Weimar): „Komm, ich zeig dir, wie man schwimmt“
  • Saarland (Kurs Darstellendes Spiel Ludwigsgymnasium Saarbrücken): „Werthers Cafe“
  • Nordrhein-Westphalen (Theater-AG des Evangelischen Gymnasiums Meinerzhagen): „Wenn nichts bleibt“
  • Schleswig-Holstein (Oberstufen Theater-AG Kopernikus Gymnasium Bargteheide): „Merlins Land“
  • Bayern (Theatergruppe der Staatlichen Realschule Weißenburg):“Sandmann, lieber Sandmann“
  • Rheinland-Pfalz (Theater-AG ohren-kopf-und-kragen des Stefan- George-Gymnasiums Bingen): “Leonce und Lena

Nach sieben Theaterstücken in drei Tagen schwirrte mir der Kopf, voll von wunderbaren Eindrücken und intensiven theatralen Erlebnissen musste ich leider schon die Heimreise antreten. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Schultheaterfestival der Länder ein beindruckendes Erlebnis ist und einen tiefen Einblick in die Arbeit der Lehrer und Schüler gibt, die sich diesem Fach mit Begeisterung und überdurchschnittlichem Engagement hingeben!

 

Annette Kaufhold

Katholische Schule Bernhardinum Fürstenwalde

 

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Das Schultheater der Länder vom 15.9. – 21.9.2013 in Schwerin– ein Bericht

 

Selten konnte das SdL auf so viele qualitativ hochwertige Stücke verweisen.

Doch begonnen werden sollte mit der eindrucksvollen Eröffnung. „Theater der Bilder“, das Thema des diesjährigen SdL in Schwerin, griffen die Schülerinnen und Schüler des hiesigen Goethe-Gymnasiums bildstark auf. Unterstützt wurde ihre Performance durch rhythmische Musik, die die Zuschauer in Schwingungen versetzte.

Am Montag, dem 16.9., fand die Fachtagung für die Theaterlehrer statt, während sich die Schüler in die Workshops begaben, um Kontakte zu knüpfen, voneinander zu lernen und gemeinsam etwas erarbeiten.

In der Fachtagung hörte man als Erstes Professor DR. Barbara Groner von der UdK Berlin zu „Theater und Visualisierung, Wahrnehmung im zeitgenössischen Theater“. An- hand von Inszenierungsbeispielen erläuterte sie die Frage der Absenz, des Sehens und Gesehen Werdens, des Einflusses der bildenden Kunst auf das zeitgenössische Theater. Zusammenfassend stellte sie fest, dass es eine große Bandbreite an Bildern gebe. Der zweite Vortrag wurde von Frieda Schneider gehalten, einer Bühnenbildnerin. Diese legte den Fokus auf die Funktion der Bilder, deren Auffindungsorte, wobei auch sie ganz konkrete Beispiele benutzte, um ihre Aussagen zu unterstreichen.

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