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SDL 2018 (16.09)

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Projekt: #partyhard#16

Arbeitsbericht DS Kurs 11 am Vicco-von-Bülow-Gymnasium Stahnsdorf

Coach: Michael Wolf, Spielleitung: Manuela Sissakis

Unser Stück Henrike, eher unauffällig und brav, feiert ihren 16. Geburtstag ganz groß. Sie möchte endlich beliebter werden und lädt auf Anraten der Mutter die halbe Jahrgangsstufe ein. Doch die Party mit DJ in sturmfreier Bude verläuft nicht nach Wunsch. Was geschehen ist, klärt sich am nächsten Tag bei der Polizei auf. Am Ende weiß Henrike, dass sie nie zu den ‚Coolen‘ gehören wird. Aber sie erkennt, dass es jemanden gibt, dessen Aufmerksamkeit ihr wichtiger ist.

Unsere Inszenierung arbeitet mit kurzen Cuts, Zeitsprüngen, Rückblenden, ‚Nahaufnahmen‘, mit Filmmusik, Vorspann und Abspann. Das Bühnenspiel setzt sich in Videosequenzen fort. Grundidee ist ein Experimentieren mit der Grenze von Film und Bühne. Wie weit lässt sich diese Grenze überspielen? Wir präsentieren Filmdramaturgie auf der Bühne und Bühnenszenen im Film.

Unser Ensemble umfasst 27 SchülerInnen, was eine echte Herausforderung ist. Aber die Gruppe kannte sich teilweise schon vom Filmprojekt aus der 10. Klasse und war von Anfang an hochmotiviert nun endlich auf die Bühne zu gehen.

Unser Arbeitsprozess begann mit Improvisationen rund um die Aufgabe ‚Status zeigen‘. Die eigene Stückentwicklung sollte sich um dieses Motiv drehen. Als Impuls der Spielleitung wurde daraufhin ein Szenarium vorgegeben, das sich an einer einfachen dramatischen Grundstruktur orientiert. Inhaltlich war dieses Szenarium als Variante an den Film „Project X“ angelehnt. Hitzig und kontrovers wurde diskutiert, was Konflikt, Wendepunkt und Lösung des Stückes sein soll. Der nächste Schritt war die Arbeit an Figuren. Über Standbilder, Impro-Spiele, Rollenfeedback u.ä. wurde eine ganze Reihe von Figuren entwickelt. Dabei war schnell klar, dass die Spielfreude mehr Figuren hervorbringt als wir überhaupt auf die Bühne stellen können.

Unser Coach war Michael Wolf, Schauspieler, Fernsehregisseur und Mitbegründer des Berliner Impro-Theaters „Die Gorillas“. Alle waren gespannt, wie ein solcher Profi mit unseren Ideen und bisherigen Leistungen umgehen würde. Es wurden drei sehr anstrengende und absolut begeisternde Probentage. Sehr intensiv wurde an der Schauspieltechnik gearbeitet. Immer wieder wurden die gespielten Szenen auch dramaturgisch hinterfragt. Allen gut in Erinnerung geblieben ist die Aufgabe, jede Szene in nur drei Sätze zu fassen. Nach dem Prinzip „Alle dienen dem Helden“ änderte sich die Funktion einiger Figuren nochmal. Ein besonderes Highlight war es, einen echten Fernsehregisseur bei den Dreharbeiten zu sehen. Ein großer Teil der Videoeinspielungen wurde vom Kurs allein erstellt. Die Arbeit mit Michael Wolf zeigte nun einerseits, dass wir schon Vieles richtig gemacht hatten, andererseits aber auch, dass an einem Filmset viel mehr Konzentration erforderlich ist als wir es uns vorgestellt hatten. Und natürlich haben wir auch handwerkliche Kniffe beobachten können, die unserer Filmarbeit bisher fehlten. So ist z.B. ein Teil unserer Aufnahmen durch falsche Blickrichtungen schief gegangen. Die Aufnahmen mit dem Coach ermöglichten dagegen Filmschnitt ohne Kontinuitätsbrüche.

Was kommt schon dabei raus, wenn Profis aus der Theater- und Filmpraxis auf Schülergruppen treffen? Die Verblüffung bestand auf beiden Seiten: Wie anstrengend Theaterarbeit sein kann, wie anstrengend die Rahmenbedingungen des Schultheaters sein können. Das Beste an der Zusammenarbeit mit Michael Wolf war, dass nicht nur wir begeistert von seiner Erfahrung und seinem Können waren. Auch umgekehrt war ein riesiges Interesse an der Arbeit mit uns spürbar, echte Neugier auf uns und unser Stück, Anerkennung unserer Leistungen. Was also kam heraus bei der Zusammenarbeit? Größter gegenseitiger Respekt, Begeisterung fürs Projekt und großer Stolz auf das Ergebnis.

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